Freitag, 17. August 2012
Ferien
fjord, 02:46h
Ich weiss noch, wie wir einmal in den Ferien in Dänemark waren. Mit dem Wohnwagen. Für eine Familie, in der sich ständig alle streiten reicht schon ein riesiges Haus nicht, wie sollte das dann in einem Wohnwagen gehen?
Ich weiss nicht mehr genau, was passiert ist, auf jeden Fall dachte mein Vater mal wieder, dass es an der Zeit wäre, meinen Bruder zu bestrafen. Er hob also das T-Shirt meines Bruders an und lässt seine Rechte mit voller Wucht auf den Rücken meines Bruders klatschen. Der ganze Campingplatz kann es hören. Am Abend, nach dem Essen, schleift mein Vater meinen Bruder in den Wohnwagen, hebt das T-Shirt und zeigt meiner Mutter stolz und lachend, dass man seinen Handabdruck immer noch auf dem Rücken meines Bruders erkennen kann. Mein Bruder steht da, gebückt, mit abwesendem Blick. Mir wird jetzt noch regelmässig schlecht, wenn ich an die Szene denke.
Ich weiss nicht mehr genau, was passiert ist, auf jeden Fall dachte mein Vater mal wieder, dass es an der Zeit wäre, meinen Bruder zu bestrafen. Er hob also das T-Shirt meines Bruders an und lässt seine Rechte mit voller Wucht auf den Rücken meines Bruders klatschen. Der ganze Campingplatz kann es hören. Am Abend, nach dem Essen, schleift mein Vater meinen Bruder in den Wohnwagen, hebt das T-Shirt und zeigt meiner Mutter stolz und lachend, dass man seinen Handabdruck immer noch auf dem Rücken meines Bruders erkennen kann. Mein Bruder steht da, gebückt, mit abwesendem Blick. Mir wird jetzt noch regelmässig schlecht, wenn ich an die Szene denke.
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Mittwoch, 15. August 2012
Vater und Sohn
fjord, 15:59h
Bis heute kann ich meinen Geschwistern nicht ins Gesicht sehen. Ich halte es nicht länger als einen Abend mit ihnen aus. Es schnürt mir den Hals zusammen, wenn ich die Stimme meines Bruders höre. Er, der meinem Vater so oft die Stirn geboten hat. Er hatte nie eine Chance. Er hat nie aufgegeben. Ich stand nur da und habe nie ein Wort gesagt. Wir wussten alle wie es ausgehen würde. Wir hatten es schon so oft miterlebt.
Meine Mutter, die resigniert, meine Schwestern, die in ihrem Zimmer sitzen und keinen Mucks von sich geben, weil sie sonst die nächsten sind. Mein Bruder, der meinem Vater in die Augen sieht. Mein Vater, der seine Adilette nimmt. Und ich. Ich stehe da und sage nichts. In mir schreit es, ich soll dazwischen gehen. Die Polizei rufen. Die Nachbarn. Aber was soll ich denen sagen? Mein Vater bestraft meinen Bruder? Na und? Es gibt kein Gesetz, das es verbietet, das hat uns mein Vater oft genug gesagt.
Meine Mutter, die resigniert, meine Schwestern, die in ihrem Zimmer sitzen und keinen Mucks von sich geben, weil sie sonst die nächsten sind. Mein Bruder, der meinem Vater in die Augen sieht. Mein Vater, der seine Adilette nimmt. Und ich. Ich stehe da und sage nichts. In mir schreit es, ich soll dazwischen gehen. Die Polizei rufen. Die Nachbarn. Aber was soll ich denen sagen? Mein Vater bestraft meinen Bruder? Na und? Es gibt kein Gesetz, das es verbietet, das hat uns mein Vater oft genug gesagt.
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Freitag, 10. August 2012
Keine Ahnung, was für einen Titel ich hierfür vergeben soll
fjord, 02:04h
Eigentlich sollten solche Mails nicht an die Menschen gehen, die ich liebe. Nicht an meine Freunde, nicht an meine Familie.Sie sollten an meinen Vater gehen.
Ich bin betrunken und schreibe Mails an die Menschen in meinem Adressbuch. Ich schreibe ihnen, wie beschissen die Welt ist, wie beschissen sie sind, wie beschissen ich bin. Ich schreibe jedem sehr genau, was ich an ihm hasse. Jedem, ausser meinem Vater. Der Mensch, ders verdient hätte. Der Mensch, der Schuld ist an allem. Er ist Schuld daran, dass ich jede bisher begonnene Ausbildung abgebrochen habe. Er ist Schuld an meinem Alkoholismus. Er ist schuld, dass ich nachts schweissgebadet aufwache und nicht mehr einschlafen kann weil ich glaube, irgendwo in der Ferne meine Schwester schreien hören zu können.
Mein Vater, der Mensch, der mich eigentlich vor dem Übel der Welt hätte in Schutz nehmen können.
Ich hätte jemanden gebraucht, der mich vor ihm schützt.
Ich bin betrunken und schreibe Mails an die Menschen in meinem Adressbuch. Ich schreibe ihnen, wie beschissen die Welt ist, wie beschissen sie sind, wie beschissen ich bin. Ich schreibe jedem sehr genau, was ich an ihm hasse. Jedem, ausser meinem Vater. Der Mensch, ders verdient hätte. Der Mensch, der Schuld ist an allem. Er ist Schuld daran, dass ich jede bisher begonnene Ausbildung abgebrochen habe. Er ist Schuld an meinem Alkoholismus. Er ist schuld, dass ich nachts schweissgebadet aufwache und nicht mehr einschlafen kann weil ich glaube, irgendwo in der Ferne meine Schwester schreien hören zu können.
Mein Vater, der Mensch, der mich eigentlich vor dem Übel der Welt hätte in Schutz nehmen können.
Ich hätte jemanden gebraucht, der mich vor ihm schützt.
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